- Alles, was Menschen Rindern und Pferden zur Unterhaltung antun -

 


Moraleja - 2 Std. zu Tode gequältAduna (Baskenland)Geographie der Unmenschlichkeit

Europa im Blutrausch

Fiestas und Festejos

 



Kataloniens Feuerstiere

Pamplona

Pero Palo - Villanueva de la Vera
Toro de la Vega in Tordesillas
Medinaceli
Coria
Festa della Palombella - die weiße Taube von Orvieto
Brutales Ochsenrennen in Chieuti, Italien

Die Schande Tlacotalpans - La vergüenza de Tlacotalpan

Jeden Tag (!) werden in Spanien Tiere bei Fiestas oder Festejos auf der Straße gequält und getötet. Die neusten in der spanischen Presse veröffentlichten Schätzungen belaufen sich auf 70.000 Rinder pro Jahr (inkl. Stierkämpfe). Ähnliche Fiestas gibt es auch in Portugal und lateinamerikanischen Ländern, wenngleich die Spanier alle Rekorde brechen.

Die Feste werden häufig zur Ehrung eines Schutzpatrons der Katholischen Kirche abgehalten und mit öffentlichen Geldern finanziert. Viele "Fiestas" finden zu Ehren von Franz von Assisi statt. Dabei ist er der Schutzpatron der Tiere.

"Alle Geschöpfe der Erde fühlen wie wir.
Alle Geschöpfe streben nach Glück wie wir.
Alle Geschöpfe der Erde lieben, leiden und sterben wie wir
- also sind sie uns gleichgestellte Werke des allmächtigen Schöpfers - unsere Brüder."
(Franz von Assisi, 1181 -1226)


Für die Straßenfeste werden besonders gerne junge Kühe genommen, da die angriffslustiger als die Stiere sind. Aber auch Kälber werden verwendet, um Kindern "eine Freude zu machen".
BeasMeistens werden die Tiere für ein paar Stunden durch die Straßen gejagt und dann getötet. Manchmal sind sie vom Züchter nur gemietet und werden nach dem Fest zurückgegeben und müssen in einem anderen Ort erneut antreten.In den Straßen werden sie von überwiegend jungen Männern verfolgt, die sie entweder an einem Seil durch die Straßen zerren, mit Tüchern oder Pappen herausfordern und ihnen Gegenstände (Bierkästen, Steine, Latten etc.) an den Kopf werfen. Manchmal werden ihnen Banderillas und Lanzen (z.B. Tordesillas) in den Körper gestochen, oder unendlich viele kleine Pfeile aus Blasrohren ins Fleisch gebohrt (Coria). In einigen Orten jagt man sie entweder ins Meer (z.B. Denia), oder versucht sie in einem Brunnen zu ertränken, lässt sie ein "Schaumbad" nehmen, vergewaltigt sie mit Stöcken, rennt mit Einkaufswagen gegen sie an oder überfährt sie wieder und wieder mit alten Autos oder Traktoren. Oder man steckt ihnen Feuerwerkskörper an die Hörner, oder ein Gestell, an dem brennbares Material angebracht ist, welches angesteckt wird und ihnen Augen, Hörner und Fell versengt (Medinaceli). Neuerdings werden auch gerne Laser-Pointer verwendet, die auf die Augen zielen.


MoralejaNormalerweise dauert das Fest in einem Ort ca. 1 Woche. In der Regel werden mehrmals täglich ein bis zwei Tiere in den Straßen oder provisorischen Arenen gequält, egal ob bei Nacht oder Tag. INITIATIVE ANTI-CORRIDA war bei einigen Fiestas selbst dabei. Ein Beispiel ist Moraleja (Extremadura), wo man 2001 feststellen konnte, dass man sich in den ersten Tagen noch die Mühe machte, die Blutlachen mit einem Schlauch von den Straßen zu spritzen. Später entfernte man das Blut nicht mehr, ebenso wenig wie die abgeschnittenen Ohren und Schwanz eines Stieres. Täglich wurden ab 4 Uhr morgens zwei Rinder im Dunkeln durch die Stadt gejagt, gegen 7 Uhr morgens wurde ein Stier vom Pöbel in der Stierkampfarena genüsslich zu Tode gequält, mittags wurden die Rinder für den abendlichen Stierkampf durch die Straßen gejagt, dann vergnügte man sich entweder mit Kälbern auf der Straße oder quälte in der Arena Jungkühe. Nach dem Stierkampf wurden ab 21 Uhr nochmals zwei Rinder durch die Straßen gejagt und getötet. Jeden Tag! Tagelang! Und der europäische Steuerzahler finanziert die Rinder mit, ob er will, oder nicht (im Rahmen der Zahlung von EU-Prämien für männliche Rinder, Gemeinschaftsgesetzgebung Nr. 1254/1999) .Doch nicht nur den Rindern ergeht es schlecht in Spanien. Lebenden Hühnern werden die Köpfe abgehackt oder abgerissen (s. Foto oben links aus dem Baskenland), Enten werden erschreckt und misshandelt, Esel werden durch die Straßen gezerrt und mit hochprozentigem Alkohol betrunken gemacht (Villanueva de la Vera). Manchmal überleben sie dies nicht. Und bis vor kurzem wurden Ziegen von Kirchtürmen geworfen. Die jüngste Perversion war es, Strauße durch die Straßen zu jagen, da diese billiger als Rinder sind. Es gibt zwar inzwischen in allen spanischen Provinzen Tierschutzgesetze, doch muss deren Einhaltung immer wieder von Tierschützern eingefordert werden. Manchmal sind die Strafen bei einem nachgewiesenen Gesetzesverstoß hoch genug, um eine abschreckende Wirkung zu haben. Manchmal jedoch wird das Bußgeld einfach von vorneherein mit in das Budget für eine Fiesta mit eingerechnet und das Tierschutzgesetz grob missachtet.TordesillasManganeses de la PolvorosaVerletzungen bei Menschen durch die beteiligten Tiere sind relativ gering. Stürze von Barrikaden, z.B. durch Alkoholmissbrauch, sind eher die Regel.Es gibt auch positive Entwicklungen: Aufgrund der Interventionen von Tierschützern ist es gelungen, dass in Nalda statt lebender Hühner in 2001 Attrappen aus Metall benutzt wurden. Im ansonsten berüchtigten Tordesillas wird den Hühnern der Kopf nicht mehr von jungen Frauen mit verbundenen Augen abgeschlagen. Auch die lebendige Ziege in Manganeses de la Polvorosa wurde seit 2001 nicht vom Kirchturm geworfen. Allerdings gab es deswegen fast eine Revolte im Dorf.









Nachfolgend möchten wir über einige der berüchtigtsten Fiestas in verschiedenen Ländern berichten. Wenn möglich, fahren wir hin und dokumentieren Gesetzesverstöße und machen sie öffentlich. Unsere Aufnahmen tragen dann als Beweismaterial bei möglichen Strafverfahren bei.

Ferienhochburg Katalonien

FeuerwerkskörperIm Ausland sieht man Katalonien als fortschrittlicher als das übrige Spanien an, was den Umgang mit Tieren angeht. So wurde dort auch der Stierkampf bereits verboten. Doch leider ist die Region immer noch kein Paradies für Tiere. Im Süden Kataloniens, in den Tierras del Ebro (Baix Ebre, Montsià und Tarragona) werden Fiestas veranstaltet, bei denen so genannte "bous embolats" oder "Feuerstiere" eingesetzt werden. Das sind lebende Tiere, die von Beginn bis Ende des Spektakels extremen Leiden ausgesetzt sind. Zunächst bindet man ihnen umständlich eine Leine um die Hörner, wobei sie sich kräftig wehren. Dann werden sie eng an einen Pfahl gebunden, damit ihnen eine Apparatur, die Kugeln aus brennbarem Material in der Nähe der Hörner hält, aufgesetzt werden kann. Neben den Kugeln werden auch noch Feuerwerkskörper angebracht. Wenn das Feuer entzündet ist, schneidet man die Tiere los. Die Tiere versuchen panisch, die Flammen und die Feuerwerkskörper, aus denen ein ständiger Strom von Funken sprüht, abzuschütteln.Diese Form der "Feuerstiere" wurde bereits in anderen Regionen Spaniens verboten, so z.B. in Madrid, im Baskenland, Castilla-La Mancha, Andalusien. Im so
genannten "fortschrittlicherem" Katalonien besteht sie jedoch weiter.Neben den "Feuerstieren" gibt es im Süden Kataloniens noch die "bous capllaçats" oder "angeleinte Stiere". Diesen wird umständlich eine Leine an den Hörnern befestigt und sie werden stundenlang durch die Straßen gezogen. INITIATIVE ANTI-CORRIDA war bei einem solchen Spektakel in Lodosa (Navarra) zugegen und musste feststellen, wie sehr auch diese Tiere leiden.

aus Pappe und Gips"Feuerstiere" aus Pappe und Gips

Andererseits existiert in Katalonien bereits eine tierfreundliche Variante dieser Fiestas. In der Stadt Mataró (Barcelona) sind die "Feuerstiere" aus Pappe und Gips (s. Foto). Diese Attrappen werden von Menschen bewegt, die mit ihrer Fiesta voll zufrieden sind. Diese Tradition wird "correfoc" oder auch "La Momerota" und "La Momeroteta de Mataró" genannt. Wir zeigen hier einige Fotos als positives Beispiel. Mehr Fotos sind auf www.momerota.org (auf "figures" klicken) zu sehen. Wir beglückwünschen die Organisatoren und die Stadtverwaltung von Mataró, sowie die übrigen Orte, die Attrappen verwenden, zu dieser Entscheidung.



Pamplona - Die Sanfermines
Jedes Jahr im Juli findet in Pamplona das Stiertreiben (Encierros) statt. Sieben Tage versammeln sich morgens hunderte von jungen Männern unter der Figur des Schutzpatrons San Fermin und bitten um einen guten Verlauf des Stiertreibens. Pünktlich um acht Uhr ertönt das Startsignal, der Abschuss einer Rakete. Die sechs Stiere und ein paar mit Kuhglocken behängte Ochsen werden von "Kuhhirten" aus dem Verschlag getrieben und durch die engen Gassen von Pamplona gejagt. Dort treffen die verstörten und desorientierten Tiere auf die "Stierläufer". Schnell wird die Herde durch Stürze von Tier und Mensch gesprengt. Das Hauptproblem ist die dicke Fettschicht auf dem Straßenbelag (Kopfsteinpflaster). Trotz wiederholter Reinigung mit Hochdruckstrahlern können Stürze nicht verhindert werden. Oft fallen Mensch und Tier übereinander, was bei beiden schlimme innere und äußere Verletzungen zur Folge hat, auch Hörner werden abgebrochen. Der Stierlauf dauert selbst nur ein paar Minuten. Die Zeit variiert je nach Anzahl der Teilnehmer und den durch Überfüllung verursachten Verzögerungen. Die sechs Stiere haben nur ein paar Stunden, um sich von den traumatischen Erfahrungen zu erholen, dann werden sie noch am selben Abend in der Arena im Stier"kampf" getötet. Vor der Corrida findet an einigen Tagen das Spektakel "Futbol Vaca" statt. Dabei wird eine junge Kuh in die Arena gebracht. Man legt ihr einen Fußball vor und versucht, sie zum Mitspielen zu bewegen. Natürlich kooperiert die Kuh nicht und darf daraufhin nach Herzenslust gequält werden. Am Ende wird sie gegessen. Das spanische Fernsehen überträgt die Stierläufe seit 20 Jahren live in alle Welt. Jeden Morgen um 7.45 Uhr geht man auf Sendung. Es gibt wechselnde Interviewpartner, einen Blick durch die noch leeren Gassen und einen Blick auf die Stiere und Ochsen. Während des Stiertreibens wird mit 13 Kameras gefilmt. Eine Stoppuhr wird im Bild eingeblendet. Sofort nachdem der letzte Stier wieder eingesperrt ist, wird eine durchschnittliche Laufgeschwindigkeit ausgerechnet und eingeblendet. Es wird zum Roten Kreuz geschaltet, wo die Zahl der Verletzten und die Art der Verletzungen erfragt werden. Die restlichen Minuten der 45-minütigen Sendezeit werden mit Zusammenschnitten, Werbeblöcken und der Live-Übertragung aus der Stierkampf-Arena, wo junge Kühe von den Stierläufern gequält werden dürfen, ausgefüllt.Pamplona und die Rinderseuchen
Tierschützer in aller Welt hatten sich leider zu früh gefreut. Im Jahr 2005 brachte die Rinderseuche Blauzungenkrankheit Spaniens Stierkampfindustrie ist in Schwierigkeiten. Die Regierung ordnete Transportbeschränkungen an, um die Krankheit, die eine blaue Zunge hervorruft und vor allem bei Schafen Fieber und Durchfall verursacht, einzudämmen. Die Krankheit wird durch einen Mosquito hervorgerufen. Nachdem im Winter 2004 die Zahl der Krankheitsfälle zurückging, war bei Temperaturanstieg im Sommer mit einer erneuten Verbreitung des Mosquitos zu rechnen. Die neuen Bestimmungen besagen, dass Rinder nicht mehr zu Fuß bewegt werden dürfen. Das betrifft theoretisch die Stierläufe bei den spanischen Fiestas. Weiterhin besagt die Regelung, dass alle Rinder beim Stierkampf oder bei den Blut-Fiestas getötet werden müssen, da sie mit einem Insektizid besprüht werden müssen, das nicht in die Nahrungskette gelangen darf. Das verteuert die Angelegenheit erheblich, da nun auch die "Ersatz-Stiere", die beim Stierkampf nicht eingesetzt werden, getötet werden müssen. Viele Gemeinden mieten die Kühe oder Kälber für ihre Fiestas. Sie gehen in der Regel nach der Quälerei in den Straßen zum Züchter zurück. Auch diese Rinder sind von der Regelung betroffen.Nachdem auch in Frankreich die Rinder zweier spanischer Züchter wegen nachgewiesener Manipulationen an den Hörnern für die Arenen gesperrt wurden, sahen die Aussichten für die Saison 2005 schlecht aus. Die Stierkampfindustrie forderte die Regierung auf, unverzüglich Maßnahmen zu ergreifen, damit Pamplona 2005 stattfinden durfte. Man schlug vor, dass die Tiere nur mit Fliegengittern am Transporter befördert werden. Am Ende kam es zu einer Einigung - der Stiermord in Pamplona ging wie gewohnt weiter.


Pero Palo - Villanueva de la Vera
Im spanischen Ort Villanueva de la Vera (Provinz Extremadura) findet jedes Jahr am Fastnachtsdienstag eine Karnevalsveranstaltung der besonderen Art statt. Auf einem Esel reitend verliest ein "Richter" das Todesurteil gegen den Ortsjuden, der ein Bandit gewesen sein soll. Bis vor ein paar Jahren kam dabei oft auch der Esel zu Tode. Er wurde im Dorfbrunnen ertränkt oder brach einfach aufgrund des ihm in großen Mengen eingeflössten Alkohols und des Stresses zusammen.
Villanueva de la VeraVillanueva de la VeraVillanueva de la VeraVillanueva de la Vera

Die britische Tierschutzorganisation FIGHT AGAINST ANIMAL CRUELTY (FAACE) in Europe wurde 1987 wegen der Eselsfiesta gegründet. Seitdem sind die Briten und andere Ausländer verhasst im Dorf. Dieses Jahr ( 2003) war INITIATIVE ANTI-CORRIDA gemeinsam mit einem Team von FAACE bei der Fiesta zugegen. Nachdem letztes Jahr das erste Tierschutzgesetz der Provinz Extremadura, das den Stierkampf ausdrücklich ausklammert, in Kraft getreten war, war das Dorf von der Provinzregierung im Vorfeld gewarnt worden, dass die Fiesta nicht mehr im üblichen Rahmen ablaufen dürfe, oder dass Strafen in Höhe von Euro 15.000 pro Vergehen drohten. Ebenso hatte die Regierung den Vorschlag von INITIATIVE ANTI-CORRIDA, FAACE und der Madrider Organisation ANPBA (Asociación Nacional para la Protección y el Bienestar de los Animales) unterstützt, einen symbolischen Esel (aus Stroh oder Holz) zu benutzen. Bereits am Rosenmontag war die Mehrheit der Bewohner von Villanueva stark alkoholisiert. Man trank nach eigenen Aussagen gegen den Krieg. Den Tierrechtlern wurde immer wieder unverblümt mitgeteilt, dass man die Ausländer aus dem Dorf haben wolle. Dem Esel passiere schließlich nichts. Er nehme bereits das sechste Jahr teil. Einen Namen hatte er immer noch nicht bekommen. Die Tierrechtler nannten ihn später "Innocent" (englisch, der Unschuldige) oder "Inocente" (spanisch). Als die Tierrechtler am Faschingsdienstag gegen 8.30 Uhr beim Rathaus eintrafen, wurden sie immer wieder verbal und körperlich angepöbelt. Gegen 10 Uhr fuhr ein Fahrzeug der Ortspolizei vor, und der Esel wurde vom Anhänger entladen. Unter Salutschüssen wurde er von einer Menschenmenge durch die engen Gassen zum Rathaus geleitet. Normalerweise wäre ihm danach im Rathaus hochprozentiger Alkohol eingeflösst worden. Doch die Tierrechtler hatten die "Guardia Nacional", die nationale Polizei, um Anwesenheit gebeten, damit der Esel diese Tortur nicht durchmachen musste. Der Esel blieb auf der Plaza und der sturzbetrunkene Reiter wurde auf ihn gehievt. Nun begann das 45 minütige Leiden des Esels, der von der johlenden Menschenmenge durch die Straßen geschoben wurde. Schon nach ein paar Minuten brach das stark schwitzende Tier zusammen. Man stellte ihn auf die Beine und schob ihn weiter. Der betrunkene Reiter biss ihn ins Ohr. Man schoss unmittelbar neben seinen Ohren in die Luft, ging vor ihm in die Knie und sprang wie ein Frosch auf, was das Tier vollkommen verschreckte. Als der Esel schließlich losgelassen wurde, raste er in Richtung seines Anhängers. Mit den Tierrechtlern, die versuchten, das Geschehen zu filmen, ging auch man nicht zimperlich um. Es wurden ihnen immer wieder Ellenbogen in den Körper gerammt, sie wurden von Balkons mit Gegenständen beworfen und schließlich so hart angefasst, dass sie sich an die Polizei wandten. Die Beamten meinten jedoch, das Verhalten der Dorfeinwohner sei nicht aggressiv und man weigerte sich, den Vorfall aufzunehmen. Direkt im Anschluss gaben die Tierrechtler den Bericht über den Verlauf der Fiesta nach Madrid zu ANPBA durch, wo eine Anklageschrift erarbeitet wurde. Die Videoaufnahmen und Fotos zeigen deutlich Verstöße gegen das neue Tierschutzgesetz und liegen der Regierung von Extremadura bereits vor. Die Regierung von Extremadura wollte die Anzeige einfach abschmettern, doch mit einem Schreiben vom 27.10.03 stellte sich der Procurador del Común, der spanische Ombudsmann, auf die Seite der Tierrechtler. Die Verantwortlichen müssen der Anzeige nun nachgehen.

Der "Toro de la Vega"
In Tordesillas (Valladolid, Provinz von Castilla y León, Spanien), wird alljährlich um den 11. September ein Stier bei dem “Toro de la Vega” genannten Spektakel zu Tode gequält.

Der Mob, bewaffnet mit mittelalterlichen Lanzen, die eine 33 cm lange Spitze haben, jagt einen Stier über ein Feld und sticht auf ihn ein. Er stirbt einen grausamen Tod. Sie schneiden dem Stier - manchmal während er noch am Leben ist- die Hoden und den Schwanz ab. Sie stecken den Schwanz auf eine Lanze und die Hoden auf eine andere. Derjenige, der dem Stier den Todesstoß gibt, bekommt den Schwanz als Trophäe und gibt mit ihm an. Er geht zu Fuß vom Ort, wo der Stier ermordet wurde bis zur Tür des Rathauses, wo ihn die Amtsträger erwarten, um ihm den Schwanz offiziell als Preis zu verleihen. Ein brutaler und barbarischer Akt, wie bei primitiven und grausamen Stämmen üblich, das ist das, was die Behörden, die Teilnehmer und das Spektakel darstellen. Der Gemeinderat von Tordesillas veranstaltet das Spektakel und die Regierung von Castilla-León unterstützt es aktiv, in dem sie es unter der Bezeichnung "Traditionelle Veranstaltung" als legal und schützenswert erklärt hat.

Update 13. September 2016: Aufgrund des Drucks von Tierschützern wurde es den Veranstaltern verboten, den Stier zu verletzen bzw. zu töten. Er wurde in diesem Jahr erstmalig "nur" durch die Straßen gehetzt. Spanische Tierschützer kämpfen jetzt dafür, dass in Zukunft während der Festlichkeiten gänzlich auf einen Stier verzichtet wird, da alleine die Umstände großen Stress für das Tier bedeuten.

TordesillasTordesillasTordesillasTordesillas


Im Jahr 2002 machten wir uns selbst ein Bild davon. Der Schock saß so tief, dass es schwer war, über das Erlebte zu sprechen. Unsere Fotos geben einen Eindruck wieder. Mittlerweile gibt es regelmäßig Demonstrationen spanischer und internationaler Tierschützer dagegen.


DToro Jubiloer "Toro Jubilo" von Medinaceli

Alljährlich an einem Samstag, der auf den 13. November fällt oder in der Woche liegt, ist es wieder soweit: Medinaceli quält einen Stier.
Medinaceli ist ein Bergdorf bei Soria, in der spanischen Provinz Castilla und León. Das Spektakel wurde erst kürzlich, aufgrund fragwürdiger Dokumente, legalisiert. Gemeinsam mit ANPBA (Spanien) und FAACE (Großbritannien) führte Initiative Anti-Corrida im europäischen Parlament Videoaufnahmen der entsetzlichen Fiesta vor. Die Abgeordneten reagierten mit Abscheu und Entrüstung. Einerseits meinen wir, dass diese Aufnahmen wichtig sind, andererseits müssen wir davor warnen, denn nicht jeder kann sich das ansehen, ohne fassungslos in Tränen auszubrechen.

Allerdings hält sich die EU bei diesen Fiestas nicht für zuständig und will sich nicht einmischen. Im Gegenteil, das Gebäude, wo der Stier vor und nach der makabren Fiesta aufbewahrt wird, die "Aula Arquelógica", wurde mit Geldern der EU renoviert.

Hier kommt der Stier heraus
Ausschnitt mit EU-Logo

Allerdings hält sich die EU bei diesen Fiestas nicht für zuständig und will sich nicht einmischen. Im Gegenteil, das Gebäude, wo der Stier vor und nach der makabren Fiesta aufbewahrt wird, die "Aula Arquelógica", wurde mit Geldern der EU renoviert.

 

Die Fotos rechts zeigen das Gebäude, in dem der Stier für die Fiesta präpariert wird. Er kommt direkt aus dem Eingang des Museums.Das Foto ganz rechts zeigt einen Ausschnitt mit der Tafel, auf der sich das Logo der EU "Fondo Social Europeo" befindet.


Coria - mit Blasrohren auf den Stier

Coria
Jedes Jahr werden bei den Fiestas de San Juan in Coria und im übrigen Extremadura, die mehrere Tage dauern, zwei Stiere pro Tag mit spitzen Pfeilen aus Blasrohren beschossen. Man zielt auf Augen und Hoden. Am Schluss sehen sie aus wie ein Stachelschwein oder ein Nadelkissen (daher der Name "Toros-acerico"). Außerdem werden Banderillas in sie gestochen und wieder herausgerissen. Ihr Leiden dauert ca. 2 Stunden. Dann werden sie auf der Straße getötet und kastriert. Kühe werden außerdem während der Blut-Fiestas gequält.
Am 20.06.2009 fand in Coria, Extremadura, erstmalig eine Demonstration gegen die brutale Stierfiesta des Ortes statt. Dieses Jahr sollten 12 Stiere durch den Ort gehetzt und getötet werden, jedoch erst nachdem sie bereits in einer provisorischen Arena von den Einwohnern gequält wurden. Traditionell wurde der Stier dabei mit Pfeilen beschossen, so dass er am Ende wie ein lebendiges Nadelkissen aussah. Außerdem wurde er mit Banderillas und seit einiger Zeit - nicht sehr traditionell - mit Laserstrahlen gequält.

Zur Demo hatten mehrere spanische Organisationen aufgerufen. Obwohl es an dem Tag in Spanien gleichzeitig mehrere wichtige Tierschutzveranstaltungen gab, kamen 150 Leute aus dem ganzen Land zusammen (Extremadura, Andalusien, Valladolid, Madrid, Barcelona u.a.). Mit dabei waren auch ein Vertreter der britischen Organisation Fight Against Animal Cruelty in Europe (FAACE). Initiative Anti-Corrida wurde von Mechthild Mench repräsentiert.
Als die drei Reisebusse unter Polizeischutz in Coria eintrafen, waren die Straßen von den Einwohnern gesäumt. Trotz glühender Hitze hingen Leute aus ihren Fenstern oder standen auf ihren Balkons. Der Lärm war beeindruckend.

Coria DemoCoria DemoDer Zug der Tierrechtler bahnte sich einen Weg durch die Menge zur Plaza. Die erhöhten Sitzbänke waren schnell mit Einwohnern gefüllt, die versuchten, die Kundgebung zu stören. Interviews mit den örtlichen Medien wurden von Motorradlärm ausgedröhnt. Es wurden Plastikbecher und Eier geworfen. Kinder versuchten, sich bei den Störmanövern besonders hervorzutun. An obszönen Gesten wurde nicht gespart...
Am Ende sorgte die Polizei für Ordnung und Tony Moore von FAACE und weitere Teilnehmer konnten ihre Texte vorlesen, mit denen sie der verstorbenen Tierrechtlerin Vicki Moore gedachten. Sie wurde am 25. Juni 1995 beim Filmen in Coria vom Stier "Argentino" schwer verletzt und überlebte nur durch ein Wunder. Bis zu ihrem Tod im Jahr 2000 setzte sie sich - trotz starker Schmerzen - weiterhin für die Abschaffung dieser und anderer Fiestas ein.
Erfreulicherweise gab es jedoch auch einige wenige Einwohner, die den Demonstranten applaudierten. Ebenso gab ein Polizist von den Tierrechtlern mitgebrachte Flugblätter an Interessierte weiter.
Kurz nach der Demo gab der Bürgermeister ein Verbot der Pfeile und der Laser bekannt. Banderillas durften auch nicht mehr nach Lust und Laune von "Unbefugten" eingestochen werden.
Wie die spanischen Medien berichteten, wurde das Verbot auch eingehalten.
Die Tierrechtler werten dies als einen Teilerfolg, kündigten allerdings an, im nächsten Jahr wieder eine Demo in Coria zu veranstalten.


Bella Italia

Taube im GeschossTaube im Geschoss



Auch Italien hat seine Fiestas, bei denen Tiere gequält werden. Auf Anhieb fällt einem da wahrscheinlich das brutale Pferderennen in Palio ein. Weniger bekannt ist die "Festa della Palombella", die weiße Taube von Orvieto, in der Stadt Orvieto (Umbrien). Unvorstellbar, aber wahr: Eine weiße Taube wird mit ausgestreckten Flügeln auf einen Holzrahmen gebunden. Es sieht aus, als hinge sie an einem Kreuz. Dann wird die Taube in ihrem Gestell an einem Seil in rasendem Tempo über den Domplatz geschickt. Ist das verängstigte Tier am Ziel angekommen, geht ein am Rahmen befestigtes Feuerwerk los. Aufgrund von Protesten italienischer Tierschützer wird die Taube seit kurzem in eine Hülle aus Plastik gesteckt, um sie vor Verletzungen zu schützen. Doch auch das schützt die Tiere nicht vor Verletzungen oder Tod.

 

 

 

 

 

Etwas bekannter ist das Ochsenrennen in Chieuti (Foggia), das jedes Jahr am 22. April stattfinde. Je zwei Ochsen ziehen vier mit Lorbeerzweigen beladene schwere Wagen. Das ganze Jahr über werden die Ochsen trainiert. Am Tag vor dem Rennen findet eine Übung statt. Danach werden sie im Stall bewacht, um Streiche der Konkurrenz zu verhindern. Am Morgen des Tages des Rennens, werden die Ochsen gewaschen und geschmückt.

Die Strecke ist 4 1/2 km lang. Umgeben von einer Menschenmenge und Reitern, die sie mit langen und spitzen Stangen antreiben, galoppieren die Ochsen bis zur Hauptstraße. Am nächsten Tag, dem Tag des Heiligen Georg, dürfen die Gewinner während der Prozession einen bunten Hut und das Abbild des heiligen Georg tragen.

PriesterStechenErschöpfungBlut am Maul

 

 

 

 

 

 

 


Die Tierrechtsorganisationen Comitato Europeo Difesa Animali onlus, OIPA "Organizzazione Internazionale per la Protezione degli Animali, LAC "Lega per l'Abolizione della Caccia", Movimento UNA (Uomo / Natura / Animali), WWF Puglia e Foggia, fordern, dass kein Tier für dieses Fest benützt wird, da die Ochsen und die Pferde großem Stress ausgesetzt sind.Mitglieder der britischen Organisation Fight Against Animal Cruelty in Europe und Initiative Anti-Corrida haben sich 2004 selbst ein Bild gemacht und fotografiert und gefilmt. Ein Pferd ging in Panik durch und raste in eine Menschenmenge. Die Ochsen bluteten aus der Nase, da sie an den Nasenringen geführt wurden. Ein Ochse brach direkt vor der Kamera vor Erschöpfung zusammen.
Ein Pferd blutete stark durch eine Stichverletzung am Bein. Und alles mit dem Segen des Priesters.

StichwundeTierquälereiSegen


 

Fiesta Mexicana: Die Schande Tlacotapans - La vergüenza de Tlacotalpan© Horacio Zamora 2007

Jedes Jahr am 1. Februar werden in Tlacotalpan, im Staat Veracruz in Mexiko, im Rahmen der "Fiesta de la Virgen de la Candelaria" sechs Zebu-Rinder gequält und getötet. Sie werden zunächst an Leinen, die an Booten befestigt sind, durch einen Fluss geschleift und werden dann durch die Straßen gehetzt und solange gequält, bis sie physisch und psychisch am Ende sind.

Der Teil der Fiesta, der sich im Wasser abspielt, nennt sich "Embalse de los Toros" und wird sogar von Tourismusbehörden beworben. Aufgrund einer internationalen Kampagne und eines Treffens mit mexikanischen Tierschützern verbot der Gouverneur des Staates Veracruz 2006 den Einsatz der Stiere. Doch der Bürgermeister stellte sich auf die Seite der Stierquäler und die Fiesta lief wie immer ab. Erschütternde Fernseh- und Zeitungsberichte zeigten, wie einer der panischen Stiere aus seinem Verschlag auszubrechen versuchte. Später ertrank ein Rind fast im Fluss. Die anwesenden Polizisten versuchten so gut es ging, die Rinder vor dem Mob in Lynchstimmung zu schützen, doch die Anzahl der Polizisten war zu gering.© Horacio Zamora 2007

2007 wurden auch die mexikanischen Tourismusbehörden mit in die Kampagne einbezogen, denn schließlich ist der Tourismus eine wichtige Einkommensquelle. Auch die katholische Kirche wurde angeschrieben. Mexikanische Tierschützer trafen sich mit den Behörden. Zunächst sah es gut für die Zebus aus. Zwar sollten sie immer noch den Fluss durchschwimmen müssen, doch man wollte sie nicht mehr durch die Straßen jagen. Videokameras sollten den Ablauf der Fiesta überwachen. Doch dann wurde bekannt, dass man der Bevölkerung dieses Jahr erstmals sechs junge Kühe der beim Stierkampf verwendeten Rasse "Toros Bravos" als Spaßfaktor zur Verfügung stellen wollte. So sollte verhindert werden, dass die Zebus attackiert würden. Natürlich protestierten die mexikanischen Tierschützer gegen diese scheinheilige Verbesserungsstrategie. Sie protestierten auch bei der UNESCO, damit Tlacotalpan der Status des "Weltkulturerbes" aberkannt wird.

Es kam, wie es kommen musste: Am 01.02.07 wurden nicht nur - wie gehabt - die sechs Zeburinder in den Straßen gequält, sondern noch zusätzlich und über vier Stunden lang die sechs jungen Kühe. Die Medien berichteten von blutüberströmten Tieren. Die mexikanischen Tierschützer haben uns die Fotos von Horacio Zamora zur Verbreitung bei den europäischen Medien zur Verfügung gestellt. In einem E-Mail an Initiative Anti-Corrida streiten die Organisatoren alles ab und behaupten gar, die Fotos seien Jahrzehnte alt.

Im Jahr 2013 ertranken Zebus bei der Überfahrt. Deshalb wurden sie 2014 erstmalig auf den Booten über den Fluss transportiert. Doch das, was dann kam, war genauso schlimm, wie in den Vorjahren. Mexikanische Tierschützer meinen, dass man die Situation der Tiere nur über einen Tourismus-Boykott verbessern kann.

© Horacio Zamora 2007

© Horacio Zamora 2007© Horacio Zamora 2007© Horacio Zamora 2007

 

 

© Horacio Zamora 2007© Horacio Zamora 2007

 

- Informationen über Stierkampf, Rodeo und Ochsenrennen -

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